Storytelling

… oder über das Band, das gute Werbetexte und Hörbücher verbindet


Ein Fachmann für Haushaltsauflösungen plant eine Werbekampagne. Ein Jahr lang soll ich Webseiten, Flyer, Werbebriefe und anderes texten. Beim ersten Treffen führt mich der Unternehmer durch seine Firma. Wir begegnen einem seiner Männer. Er bleibt stehen, begrüßt uns und – gibt mir die Hand. Ich bin beeindruckt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Monate später schreibe ich einen Presseartikel für die Werbeseite einer einfachen Volkszeitung. Ich erzähle eine Geschichte. Von einem Händedruck. Eine Geschichte, die Menschen bewegt – auch das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Transporter der Firma rollen. Von Haus zu Haus zu Haus.

Eine namibische Autorin schreibt die Geschichte einer Frau, die acht Tage in der Wüste verbringt. Ich lese das Manuskript und bin im Geiste in Afrika. Gemeinsam arbeiten wir wochenlang an einer Sprache fürs Hören. Dann erzähle ich die Geschichte. Eigentlich lese ich sie, aber man hört die Erzählerin. Ein Musiker findet Klänge dazu, eine Grafikerin das Coverbild. Das erste deutschsprachige Hörbuch für Namibia wird geboren. Presse und Radio berichten, das Hörbuch ist in aller Munde.

Geschichten nähren, verführen, verbinden: Sie. Mich. Und Ihre Kunden.

Storytelling: Kino im Kopf

Kino im Kopf

… oder können Sie auch Krimi?

Meine Stimme ist rau, die Beine heben sich wie Zementsäcke und unter meinen Augen schimmern Ringe in ungesundem Blau. Es ist kurz vor neun. „Der Morgen stirbt nie“. Auch wenn es sich so anfühlt. 8 Stunden Flug und 2 Zwischenaufenthalte liegen hinter mir. Eine Besprechung vor mir. Auftrag in Aussicht und Geld. Mein „Golden Eye“, sozusagen. Eine Stunde noch. Das schaffe ich nicht. Wie soll ich so präsentieren? Wie mich auf Photovoltaikanlagentechnik konzentrieren und dieses Wortmonster über meine Lippen bringen? Ich schleppe mich aus dem Airbus, remple die Stewardess an, tippe die Nummer ins Handy. Die Verspätung wird mir das Genick brechen. Eine innere Stimme sagt: „Stirb an einem anderen Tag“! Doch ich bin sicher: Die sagen ab. Bestimmt. Besetzt. Da – der Terminal. Hinsetzen und nochmal in Ruhe wählen. Der Lautsprecher krächzt. Eine Stimme, nein, DIE Stimme, meine Traumstimme meldet sich:

„Willkommen in Bonn. Köln-Bonn.“

You made my day, James. Das Lächeln will einfach nicht aus meinem Gesicht weichen. Der Rest ist Business. Ich zeige, erkläre, höre zu. Ideenflug. Die Kundin strahlt: „Ein Story-Podcast mit Spannung, Witz und Pfiff – das klingt gut.“ Ein Beispiel? Bitte sehr,

Ich danke dem Flughafen Köln/Bonn und dem Mann mit DER Bond-Stimme: Frank Glaubrecht.

Image ist eine Frage der Sympathie. Ihre Träger sind Idee, Text und Stimme. Ihr Inhalt: Freude.

 

Konterkariert

… oder warum uns bei manchen Begegnungen der Schlag trifft

Nehmen wir an, Sie bauen Fernseher. Sie haben eine Technologie entwickelt, die ein völlig neues Sehen möglich macht. Plastisch. In 3 Dimensionen. Das soll die Welt erfahren. Sie beauftragen eine Werbeagentur. Der Art Director bietet Ihnen eine Latte Macchiato an, führt Sie durch das Designerloft und präsentiert Ihnen sein Konzept: Emotional Brand Marketing, usabilityfixierte Webpräsenz, Above-the-line Promotion und crossmediale Kampagnen.

Sie kontern mit dem GeoLPD Plasma-TV mit Multituner CI+; HD+ und USB- Recording, Netzwerkanschluss für Multimediazugriff auf PC, NAS oder Web-Services.

Wir sind alle Experten, stolz auf unsere hochentwickelten Produkte, über die wir mit Vorliebe reden. In Fachchinesisch. Nur unsere Kunden nicht. Die sind weg. Ich schlage Ihnen vor: Sie erklären mir den Fernseher. Was ihn so besonders macht und wer ihn kaufen soll. Dann übersetze ich. Wie sich das anhört? Zum Beispiel so:

Der Spot – eine Micro-Story

Mann: Beim Boxen vergisst er alles. Frank – unser wahrer Champion. Jetzt liegt er am Boden. Klitschkows Linke landete direkt vorm Sofa. Es tut uns leid. Wir haben sie unterschätzt. Die Wirkung unseres Siegers: GeoLPD Plasma-TV.

Frau: Von Visuphonic. 3 D Fernsehen: So echt, dass es manche Männer umhaut!

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie die Texterin Ihres Vertrauens. Sie weiß, was anspricht.

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